Skip to main content
IK-AktuellesIK-Presse

Startschuss für die PPWR: Kunststoffverpackungs-Industrie ist bereit für das neue EU-Kreislaufzeitalter

By 12. August 2026 Letzte Aktualisierung: 13. August 2026No Comments
EU Parlament PPWR Plastik Verordnung

EU-Verpackungsverordnung gilt ab heute

Bad Homburg, 12. August 2026 – Seit heute gelten EU-weit die Regeln der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Deutschland ist bislang der einzige EU-Mitgliedstaat, der sein nationales Verpackungsrecht entsprechend angepasst hat. Für die Hersteller von Verpackungen ist das eine Wegmarke: Das Ziel sind einheitliche Verpackungsregeln und weniger Hürden im Binnenmarkt. Zugleich legt das Gesetz ein hohes Niveau für die Vermeidung und das Recycling von Verpackungsabfällen in Europa fest. Die anspruchsvollen Vorgaben verlangen von den Unternehmen langfristige technische, organisatorische und dokumentarische Anpassungen.

Chance für den Binnenmarkt

Mit der PPWR gelten Anforderungen an Verpackungen erstmals unmittelbar und weitgehend gleichlautend in der gesamten EU. Für die exportorientierte, mittelständisch geprägte Kunststoffverpackungsindustrie in Deutschland ist das ein spürbarer Fortschritt: Statt paralleler nationaler Kennzeichnungs-, Melde- und Designvorgaben kann sich die Produktentwicklung an einem – im Detail noch zu erarbeitenden – gemeinsamen Regelwerk ausrichten.

 

Gut vorbereitet auf anspruchsvolle Vorgaben

Die aktuellen Anforderungen der PPWR fokussieren sich auf die Kennzeichnung, Konformitätsnachweise, Dokumentation, Anpassung der Registrierungs- und Meldeprozesse. Sie greifen tief in Produktentwicklung, Beschaffung, Produktion und IT-Prozesse ein. Die IK begleitet ihre Mitgliedsunternehmen seit der Verabschiedung des Gesetzes mit Auslegungshilfen und einer Vielzahl von Angeboten, um im teils sehr komplexen Gesetzestext den Durchblick zu behalten. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind sehr gut vorbereitet – und damit ein verlässlicher Partner ihrer Kunden. Seit zwei Jahren haben wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern auf diesen Tag hingearbeitet“, sagt Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin Kreislaufwirtschaft der IK.

 

Umsetzung erfolgt schrittweise bis 2040

Nicht alle Regeln gelten zeitgleich. Der heutige Anwendungsbeginn markiert lediglich den Start, die wesentlichen materiellen Pflichten greifen gestaffelt über die kommenden Jahre. Der nächste große Schritt soll 2030 erfolgen, wenn einheitliche Recyclingfähigkeitsanforderungen für Verpackungen sowie Vorgaben für Mindestanteile an recycelten Kunststoffen gelten.

Die Staffelung soll Zeit für Investitionen geben. Allerdings müssen diese noch auf konkretisierende Rechtsbeschlüsse warten. Auch mangelt es aus Sicht der IK an einigen Stellen noch an einer einheitlichen Auslegung. „Wir bedauern, dass die Kommission mit den Anfang August überarbeiteten FAQ für sehr viel Unruhe im Markt gesorgt hat. Die IK hat die Vorschläge zur Verschiebung der Verantwortlichkeiten kritisiert und steht dazu mit der Kommission im Austausch. Ziel ist eine einheitliche und widerspruchsfreie Auslegung der Kernregeln in der gesamten EU unter Einbindung der Verpackungsregister“, erklärt Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer der IK.

 

Verlässlichkeit für Lieferketten und Investitionen

Die IK appelliert an die Europäische Kommission, die Mitgliedstaaten und die nationalen Verpackungsregister, die Umsetzung eng abgestimmt, rechtssicher, praxisnah und binnenmarktkonform zu gestalten. Lieferketten und Investitionsentscheidungen brauchen eine verlässliche Grundlage. Einheitlich ausgelegte Regeln sind zugleich der beste Schutz vor neuen Handelshemmnissen und essentiell für ein geeintes und starkes Europa.

IK LogoSubline

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. vertritt als Branchenverband die Interessen der Hersteller von Kunststoff-verpackungen und Folien in Deutschland und Europa. Die mittelständisch geprägte Branche hat über 90.000 Beschäftigte und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 25 Mrd. Euro. Kunststoffverpackungen haben aktuell einen Anteil von 22 Prozent am deutschen Verpackungsmarkt.
Die IK ist der größte Trägerverband des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) und engagiert sich damit auch für die Belange der gesamten Kunststoff verarbeitenden Industrie.

Downloads

Pressemitteilung herunterladen