Nachhaltig­keit & Kreislauf­wirtschaft

Umwelt und Nachhaltig­keit sind wichtige Faktoren der strategischen Unternehmens­führung. Die Erwartungen und Anfragen von Kunden, Verbrauchern, Medien und Investoren oder Kapitalgebern steigen stetig. Klimawandel und CO2-Emissionen bewegen Gesellschaft und Wirtschaft. Unsere Branche kann mit eigenen Themen wie Recycling, recycling­gerechtem Design oder dem Einsatz von Rezyklat entscheidende Beiträge leisten.

Die gesamte Kunststoff­verpackungs­branche steht vor der Aufgabe, sich zu ökologischen und sozialen Fragen zu positionieren. Wir führen dazu einen konstruktiven Dialog mit den relevanten Akteuren aus Politik und Gesellschaft. Dabei erstellen wir Positions­papiere, Ökobilanzen oder Studien, um klar zu zeigen, dass unsere Branche sich ihrer Verantwortung bewusst ist – und ihr gerecht wird.

ForumPET Starlinger PET Flakes Und Regranulat

Nachhaltig­keits­ziele der Kunststoff­verpackungs­industrie

1 Million Recyclingmaterial in der Produktion

IK Grafik für Recyclingziele Rezyklat

Wir als Industrie­vereinigung Kunststoff­verpackungen haben uns 2018 ein ambitioniertes Ziel gesetzt, um die Kreislauf­wirtschaft zu stärken: Bis 2025 soll in Deutschland mindestens eine Million Tonnen Recycling­material (oder nachwachsende Rohstoffe) zur Produktion von Kunststoff­verpackungen eingesetzt werden. 2017 setzten die deutschen Hersteller 400.000 Tonnen Rezyklat (die Fach­bezeichnung des in der Herstellung verwendeten Reycling­materials) bei der Produktion von Kunststoff­verpackungen ein.

Mit dem signifikanten Ausbau des eingesetzten Recycling­materials wollen wir ein Zeichen dafür setzen, dass Deutschland seine Vorreiter­rolle in Europa weiter bekräftigen will.

90 Prozent recycling- oder mehrwegfähige Haushaltsverpackungen

Bis 2025 sollen mindestens 90 Prozent der Haushalts­verpackungen recycling- oder mehrwegfähig sein. Bereits heute gilt dies für 75 Prozent der Kunststoff­verpackungen, bezogen auf die Mengen im Gelben Sack und aus der PET-Getränke­flaschen-Sammlung.

90 Prozent ist ein realistischer, auch ökologisch sinnvoller Wert. Denn viele verpackte Produkte werden aus dem Ausland importiert. Zudem  können sich manche Anpassungen von Verpackungen gesamt­ökologisch sogar negativ auswirken.

Ein Beispiel: Ultradünne Folien mit besonders effektiven Barriere­schichten schützen sensible Lebensmittel sehr effektiv. Recycling­fähige Alternativen benötigen mehr Material. In manchen Bereichen gibt es jedoch Potenzial, die Recycling­fähigkeit ohne Beeinträch­tigung der Material­effizienz zu verbessern. Auf diese wollen wir uns konzentrieren.

Grafik zu Recyclingzielen 2025

Eco Design

Ecodesign Logo

Zu gering verpackte Ware wirkt sich ebenso auf die Umwelt aus wie zu stark verpackte Ware. Die goldene Regel lautet daher: Mit möglichst wenig Verpackung eine möglichst hohe Schutzwirkung zu erzielen! Eco Design, ein „Design für Recycling“, zielt darauf ab, die Umwelt­belastung durch die Verpackung und die verpackte Ware über den gesamten Produkt­lebensweg zu minimieren.

Zum Eco Design-Prozess zählen dabei nicht nur die sichtbaren Eigenschaften der Verpackung selbst – auch das System der Warenlogistik und der Abfall­entsorgung kann es beeinflussen. Häufig weisen diese Punkte sogar einen größeren Umwelteffekt als das Design der Verpackung selbst.

Als IK Industrievereinigung Kunststoff­verpackungen e.V. haben wir den „Runden Tisch Eco Design“ ins Leben gerufen. Seine Mitglieder decken die gesamte Wertschöpfungs­kette ab. Der Runde Tisch hat 2019 den „Management-Leitfaden Eco Design von Kunststoff­verpackungen“ vorgestellt. Dieser bietet Unternehmen praktische Hilfe­stellungen.

Biokunststoffe

Im IK-Arbeitskreis Bioplastics befassen wir uns mit allen Fragen rund um das Thema Verpackungen und Folien aus Biokunst­stoffen. Angefangen bei der Rohstoff­gewinnung und -verfügbarkeit über Qualitäts­merkmale von Biokunst­stoffen, Anwendungs­bereiche, die Marktentwicklung bis hin zur Verwertung.

Im Jahr 2014 haben wir gemeinsam mit dem französischem Verband Elipso das IK-ELIPSO-Positions­papier über Biokunst­stoff veröffentlicht, 2017 wurde es aktualisiert.

In den letzten Jahren hat sich die Diskussion über Biokunst­stoffe insbesondere auf den Aspekt des Einsatzes nachwachsender Roh­materialien für Kunststoff­produkte konzentriert. Sowohl ELIPSO als auch wir stehen diesem allgemeinen Trend zu biobasierten Kunststoffen positiv gegenüber. Er ist eine zusätzliche Quelle von Roh­materialien für Hersteller von Kunststoff­verpackungen.

Das Institut für Biokunst­stoffe und Bioverbund­werkstoffe der Hochschule Hannover betreibt eine Informations­plattform für Biokunst­stoffe, bei der eine Vielzahl an aktuellen Zahlen, Fakten, Daten und Statistiken zum weltweiten Biokunst­stoffmarkt kostenlos abrufbar sind.

Bioplastics 2017 Titelbild

Unsere Position zur EU-Kunststoffstrategie

Mit ihrer Kunststoff­strategie hat die EU-Kommission Anfang 2018 ihre Anforderungen an die Kreislauf­wirtschaft von Kunststoff­verpackungen formuliert und adressiert sowie Maßnahmen zur Förderung der Kreislauf­wirtschaft und zur Eindämmung des Littering skizziert.

Wir haben die Strategie begrüßt und ausführlich dazu Stellung bezogen. Das recycling­gerechte Design sowie die Erhöhung der Rezyklat­anteile sind für die Kunststoff­verpackungs­industrie die zentralen Elemente der weitreichenden EU Plastics Strategy. Auch die Bekämpfung des weltweiten Littering liegt im Interesse der Industrie, um die Zukunfts­fähigkeit nachhaltiger Kunststoff­produkte zu gewährleisten.

Mit ihren Nachhaltig­keits­zielen leisten unsere Mitglieds­unternehmen ihren Beitrag, um Kreisläufe zu schließen. Wir appellieren an die gesamte Wertschöpfungs­kette, sie dabei zu unterstützen.

Stellungnahme Der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen Zur EU Kunststoffstraegie

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