
Unter dem Motto „Verantwortung und Kreislaufwirtschaft neu denken – packen wir’s an“ lädt die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen am 18. Juni 2026 Young Professionals und Young Leaders zwischen 25 und 39 Jahren zu „NextGen Plastics“ nach Düsseldorf ein. Wir haben mit Laura Bergfort, Referentin Kommunikation bei der IK und eine der Organisatorinnen des Events, über Ziele und Schwerpunkte der Veranstaltung sowie die Rolle der nächsten Generation für die Transformation der Kunststoffverpackungsbranche gesprochen.
Frau Bergfort, mit „NextGen Plastics“ geht die IK in diesem Jahr neue Wege. Was war der entscheidende Impuls der IK, das Event ins Leben zu rufen?
Die Transformation hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft passiert nicht von allein. Sie braucht Menschen, die sie vorantreiben wollen. Oder anders gesagt: Die Zukunft muss gestaltet werden. Mit NextGen Plastics schafft die IK einen Raum, in dem genau das möglich wird, und schlägt so gezielt eine Brücke in die Zukunft der Branche. Denn wir sehen uns nicht nur als Interessenvertretung, sondern als Impulsgeber und Plattform für eine neue Generation, die die Kunststoffverpackungsbranche nachhaltiger denkt und zukunftsfähig gestaltet.
Grundlegend gefragt, welche Rolle spielen Fachkräfte und insbesondere die nächste Generation für die Zukunft der Kunststoffverpackungsbranche?
Wirtschaftliche Stärke ist untrennbar mit Investitionen in Fach- und Nachwuchskräfte verbunden. Sie sind die Grundlage für Innovationen und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Nachhaltigkeit entwickelt sich dabei zu einem entscheidenden Attraktivitätsfaktor für die nächsten Generationen.Die kunststoffverarbeitende Industrie hat das längst verstanden.
Als Nebeneffekt verändern die neuen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Transformation Berufsbilder. So gewinnen wir genau die Fachkräfte, die unsere Branche braucht, um zukunftsfähig zu sein. Der anstehende Generationswechsel ist ein zentraler Hebel für die nachhaltige Transformation der Kunststoffverpackungsbranche. Denn wo junge, neue Perspektiven, Kompetenzen und Ansprüche auf bestehende Strukturen treffen, liegt enormes Potenzial für Veränderung.
Mit rund 300 Mitgliedern, die überwiegend mittelständisch geprägt sind, repräsentiert die IK über 80 % der Kunststoffverpackungsproduktion in Deutschland.
Welche Schwerpunkte setzt das Event?
NextGen Plastics steht unter dem Leitgedanken, in Unternehmen und Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen und so eine echte Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Das Event versteht sich als Einladung der IK an die Talente der nächsten Generation der Kunststoffverpackungsbranche, diese Verantwortung aktiv anzunehmen und ihre Zukunft mitzugestalten. Die IK lässt dabei bewusst Raum für neue Perspektiven und frische Ideen.
Welches übergeordnete Ziel verfolgt die IK mit NextGen Plastics?
Ziel ist es, durch aktiven Austausch und Mitdenken echte Mitgestaltung zu ermöglichen. Dafür setzt das Event bewusst Impulse: Es fördert innovative Lösungsansätze und bringt unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zusammen. Denn nachhaltige Wertschöpfung und Ressourcenschonung lassen sich nur gemeinsam erreichen.
Wie gelingt es konkret, junge Talente zum aktiven Austausch und Mitgestalten zu motivieren?
Mit NextGen Plastics schaffen wir eine eigene Plattform für den Dialog auf Augenhöhe für Young Professionals und Young Leaders. Persönlich, ergebnisoffen und kreativ entstehen hier neue Perspektiven, Ideen und Lösungsansätze. Diese Dynamik und dieses Potenzial möchten wir auch in Zukunft aktiv fördern und Fachkräfte ermutigen, die Branche gemeinsam mutig neu zu denken. Das Etablieren kontroverser Dialoge und ein offener Umgang mit übergreifenden Fragestellungen ist für uns die Grundlage nachhaltiger Transformationsprozesse.
Welche Themen und Formate erwarten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Programm?
NextGen Plastics besteht im Kern aus drei Workshops zu den Themen „Verbraucheraufklärung & Kommunikation“, „Kreislaufwirtschaft & Qualität von Rezyklaten“ sowie „NextGen Power – Sichtbarkeit & Einfluss der Young Professionals“. Wir freuen uns sehr, dass Eva Schulz als Moderatorin dabei sein wird und den Workshop zu NextGen Power moderiert, Außerden wird es eine Keynote von Carla Reemtsma geben mit einer anschließenden Paneldiskussion. Das Event ist damit bewusst als eine Mischung aus offenem Dialog und Zusammenarbeit konzipiert – kollaborativ, praxisnah und mit klarem Blick auf die Zukunft der Branche.
Wo ist der Unterschied zu anderen Messen und Events der Kunststoffbranche?
NextGen Plastics ist explizit nicht als Job- oder Fachmesse gemeinsam mit Ausstellern und Partnern konzipiert, sondern als Plattform, um den Young Professionals die Gelegenheit zum aktiven Mitdenken und Handeln zu geben. Es geht um den Austausch in einem transparenten, professionellen Kontext, um sie zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dieses starke gemeinsame Fundament, das sich auf diese Weise bildet, können wir dann auch als Zukunft der Branche nach außen repräsentieren.
Welche Rolle spielt NextGen Plastics für die IK im größeren Kontext von Innovation, Transformation und Wandel in der Kunststoffverpackungsbranche?
Unser Ziel ist es, dass Kunststoffverpackungen „Made in Germany“ bis 2035 das Symbol einer neuen Industriekultur sind: innovativ, nachhaltig und leistungsstark. Um dies zu erreichen, braucht es ein Umdenken in der Wahrnehmung. Kunststoffverpackungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer intelligenten und verantwortungsvollen Konsumkultur. Entsprechend geht es darum, dieses Bild aktiv zu verändern, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und neue Gestaltungsspielräume zu eröffnen.
Und wie trägt NextGen Plastics konkret zu dieser Vision bei?
Ein zentraler Hebel für den Wandel ist das „Wir“. Mit Events wie NextGen Plastics stärken wir den Austausch innerhalb der Branche, fördern Zusammenhalt und schaffen ein neues Selbstbewusstsein. Alle Teilnehmenden können stolz auf die eigene Rolle in der Transformation sein. So trägt NextGen Plastics langfristig dazu bei, die Kunststoffverpackungsbranche auch nach außen hin als innovativ, verantwortungsvoll und zukunftsfähig zu positionieren, sowohl innerhalb der Industrie als auch in der öffentlichen Wahrnehmung.